Lukuhlus ist umgezogen!

Hallo lieber Besucher!

Dieser Blog wird nicht mehr weitergeführt. Aber lukUHLus hat deswegen nicht aufgehört zu bloggen - im Gegenteil! Unter www.lukuhlus.de findest Du die Fortführung des Ganzen.

Ich würde mich freuen, Dich auch dort als Leser begrüßen zu dürfen.

Cheerio,
Markus aka Lukuhlus
  • So long and thanks for the fish!

    Es ist Zeit, Lebewohl zu sagen. Nach über zwei Jahren, mehr als 550 Einträgen, vielen hundert Kommentaren, über 250.000 Besuchern und viel Zeit und Spaß mit einigen inzwischen sehr liebgewonnenen Blog-Freunden werde ich blog.de den Rücken kehren.

    Ja, ich habe mich verändert. Und blog.de hat sich verändert. Also nicht, dass wir grundsätzlich nicht mehr zusammenpassen würden, aber ich habe inzwischen viele Erfahrungen mit Wordpress sammeln dürfen und merke daher mehr und mehr, wie mich dieses Framework hier in meinen Entwicklungsmöglichkeiten einengt, weshalb es einfach an der Zeit ist, das gesamte Konzept "LukUHLus" auf die nächste logische Stufe zu heben und unter einer eigenen Domain aufzuhängen.

    Deswegen sei hiermit offiziell die Geburtsstunde von LukUHLus, dem LOHAS-Blogger verkündet!

    Diese neue Website ist noch lange nicht perfekt aufgesetzt. Es fehlen noch Features, die ich gerne drin hätte. Und auch Kleinigkeiten am Layout/Design stören mich noch. Geschweige denn die noch viel zu wenigen Einträge. Aber das wird kommen. Ich muss nur einfach wirklich mal damit anfangen damit und es wachsen lassen, denn von Null auf Hundert mit einem einzigen Release zu kommen - dann wird es in einem Jahr immer noch nicht laufen.

    Dieses Blog hier wird weiterhin bestehen und auch meinen Pro-Account werde ich noch weiterhin aktiv halten, da ich mich auch wieder verstärkt um meinen Heidenlärm-Blog kümmern möchte. Aber ich werde hier als Lukuhlus nur noch einen einzigen, "sticky"-Eintrag schreiben, damit Besucher des Blogs auf meine neue Heimat aufmerksam werden und ansonsten nichts Neues mehr hier veröffentlichen, sondern eben unter der neuen Adresse.

    Ich danke allen Lesern, Abonnenten, Blog-Freunden und mir auch über das Internet hinaus ans Herz gewachsenen Menschen für die geile Zeit, die ich mit diesem Blog in den letzten mehr als zwei Jahren haben durfte - ich würde mich freuen, wenn wir uns in meinem neuen Zuhause wieder treffen würden!

    In diesem Sinne - so long and thanks for the fish!

    Euer Lukuhlus

  • Bio-Bäckerei Polz - uneingeschränkt empfehlenswert!

    Wow. Gerade habe ich die mit Abstand beste, weil am intensivsten nach Nuss schmeckende und sowohl vom Süß-Gehalt als auch von der Konsistenz (weich-knusprig-brösliger Boden - Fester "Belag" mit den Nüssen und Schokolade...) her perfekteste Nuss-Ecke meines Lebens gegessen. Von der Bio-Bäckerei Polz. Da er auch meine Stammläden beliefert, kenne ich deren Waren schon lange und ich hatte noch nichts von ihnen, was mir nicht jedesmal fast eine Gänsehaut verpasst hätte. Aber diese Nuss-Ecke hatte ich eben noch nicht probiert.

    Ich kann jedem aus dem Münchener Norden nur empfehlen: haltet Ausschau nach Geschäften, die Polz beliefert (Tagwerk Freising, Vierlinden Eching...) und gebt Euch diesen Genuss. Glaubt mir: diese Nuss-Ecke werdet Ihr so schnell nicht vergessen. Und den Rest der Produkte auch nicht.

    Ich bin nachhaltig verzückt!

  • Die französische Koch-und-Einkaufs-Moral...

    Heute morgen war ich beim wöchentlichen Einkauf in meinem Tagwerk-Laden - und bereits beim Obst und Gemüse am Eingang des Ladens fiel mir einer ältere, schlanke Dame auf. Schneeweißes Haar, sehr gepflegtes Auftreten, schätzungsweise Anfang bis Mitte 60 - und einer der kritischsten Blicke, den ich je bei einem Einkäufer in einem Laden gesehen habe. Die Zwiebeln wurden fachmännisch (ohne die Finger) beäugt und dann wurden zielgenau 2 Stück herausgepickt. Beim Salat das Gleiche: erst ein langer, prüfender Blick, dann gezieltes Nehmen eines Kopfes. Und so setzte sich das mit noch ein paar Gemüsen fort, bis sie bei den Karotten sichtlich stutzig wurde, sich eine der Mitarbeiterinnen herwinkte und etwas fragte. Etwas, wovon ich kein Wort verstand. Es war nämlich auf französisch.

    Und wie aus der Pistole geschossen kam von der Mitarbeiterin eine für mich fließend klingende Antwort. Die ältere Frau lächelte - und so begannen die beiden einen Plausch. In dem es offenbar um die Qualität der Ware ging. Wie gesagt verstand ich nahezu kein Wort, aber ihre Gesten in Richtung der Auslagen, die strahlenden Augen, das leichte Lächeln um ihren Mund und das oft fallende Wort "bien" kann ich auch ohne Verständnis der Worte nur als Lob für den Laden deuten. Vor allem weil die Mitarbeiterin auch über beide Ohren zu grinsen begann und mehrmals "merci" sagte.

    Bei meinem weiteren Weg durch den Laden konnte ich diese Frau dann irgendwie nicht mehr aus den Augen lassen. Es war einfach faszinierend, ihr beim Einkaufen zuzusehen. Und als sie erst an die Käsetheke kam...

    Für mich sehr überraschend spricht Issy (wir kennen uns jetzt ja schon länger und quatschen öfter mal ein bisschen, wenn sie mich mal wieder mit ihren schweinischen Angeboten aus der Käsetheke oder mit den von Hand eingelegten und mit Knoblauch gespickten Oliven verführt... *seufz*) offenbar auch fließend französisch, denn ich bekam mit, wie auch diese beiden in ein längeres Gespräch abdrifteten. Die ältere Dame probierte einige kleine Häppchen verschiedener Käsesorten aus unserer Region - und zumindest das "ola - c'est tres, tres bien!" hab sogar ich verstanden. Sie entschied sich für kleinere Stückchen von ein paar Sorten, holte noch etwas saure Sahne aus dem Kühlregal, zahlte und ging mit einem wirklich zufriedenen Gesichtsausdruck aus dem Laden.

    Ja, das ist eigentlich eine relativ langweilige Geschichte, die ich da grad erzählt hab. Aber mich hat diese Begegnung irgendwie mal wieder zum Nachdenken gebracht. Denn eine solche Begeisterung und Hingabe beim Einkaufen habe ich hierzulande glaube ich noch nie gesehen. Und auch wenn ich vielleicht nur einem Klischee-Denken verfiel: diese Frau wirkte so, als würde sie noch richtig, mit Leib und Seele französisch kochen. Etwas, das ich hierzulande wirklich vermisse. Denn selbst im Tagwerk-Laden, wo schon deutlich mehr Genießer und bewusste Verbraucher verkehren, packen dennoch die meisten ihre Waren mit einem stumpfen, manchmal sogar etwas missmutigen Gesichtsausdruck in den Wagen. So als ob das Einkaufen eine lästige Pflicht wäre. Fast wie Geschirr spülen oder das Bad putzen. Es muss halt gemacht werden, also "erbarmt" man sich und "erledigt" es mal eben.

    Aber dabei fängt gutes Kochen doch definitiv schon beim Einkauf an. Bei der Frische und Qualität der Ware. Und die Freude am Kochen und Essen lässt sich doch noch um so vieles steigern, wenn man bereits bei der Auswahl der Produkte im Laden an den späteren Genuss denkt. Sozusagen das Vorspiel zum späteren... Das erste Knistern... Wenn sich die Spannung durch die ersten Berührungen, den Anblick und den Geruch langsam aufbaut und einer leichten Erregung weicht, die sich mit der Zeit in echte Lust wandelt...

    Also: wo beginnt eigentlich Dein Vorspiel?

  • Rezept: Steckrübeneintopf

    SteckrübeneintopfSteckrüben und allgemein Rüben kannte ich bisher eigentlich nur aus den Erzählungen meiner Mutter. Die dabei auch noch immer das Gesicht so verzog. Wie auch viele andere ihrer Generation. Was ich auch gut verstehen kann, waren doch Rüben aller Art während des Krieges und auch noch in den hungrigen Jahren danach eines der Hauptlebensmittel. Vor allem im Winter. Deswegen haben sie und viele andere damals so dermassen viel Rüben essen müssen, dass sie ihnen natürlich bis heute zum Hals raushängen.

    Dass Rüben aber alles andere als schlecht sind, hat mir mein erster Steckrübeneintopf jetzt gezeigt. Echt interessant. Zwar noch deutlich ausbaufähig, aber für den allerersten Versuch mit einem komplett neuen Gewächs - kann man echt lassen!

    Prinzipiell habe ich mich an das ganz klassische Rezept gehalten:

    Man nehme (4 Portionen)
    - 1kg Steckrüben
    - 500g Kartoffeln
    - 500g Fleisch (beliebiges - ich hatte Rindergulasch, das gerade im Angebot war)
    - 100g geräucherten Speck
    - 1 Zwiebel
    - 2 Stangen Lauch
    - 3/4l (Gemüse-)Brühe
    - Petersilie
    - Majoran
    - Pfeffer, Salz

    Zuerst den Speck und die Zwiebeln würfeln sowie das Fleisch in angenehme Stücke schneiden. Alles zusammen in etwas Öl in einem großen (!) Topf anbrutzeln, bis das Fleisch etwas Farbe hat und dann mit der Brühe ablöschen. Pfeffern und salzen, Majoran rein, dann Deckel drauf und bei geringer Hitze vor sich hinschmurgeln lassen.

    Von diesem Zeitpunkt an sollte man mit 50-60 Minuten Kochzeit rechnen.

    Nun also die Steckrübe schälen und in 1-2cm große Würfel schneiden. Das gleiche mit den Kartoffeln machen. Den Lauch in Ringe schneiden. Eine rauchen gehen...

    Die Rüben und die Kartoffeln brauchen etwa 20 Minuten, bis sie gar sind, also entsprechend auch 20-25 Minuten vor dem Ende der erwähnten 50-60 Minuten zusammen mit dem Lauch mit in den Topf geben und gemütlich fertigköcheln lassen.

    Am Schluss reichlich Petersilie mit rein, alles umrühren, abschmecken - fertig.

    Dazu schmeckt am besten natürlich wie zu jedem Eintopf ein richtig krustiges, frisches, dunkles Brot.

    So weit zur Theorie. In der Praxis habe ich heute in zwei Dingen etwas versagt...

    Mein Rindfleisch ist hart geblieben. Beim nächsten Mal muss ich es einfach länger anbraten, dann wird es später besser. Gekochtes Rindfleisch neigt ja eher zum hartwerden. Außer man kocht es wirklich lange. Heißt also morgen beim Wiederaufwärmen dieses Eintopfs habe ich gute Chancen, dass es zart wird.

    Mein Topf hier im Büro war zu klein. Viel zu klein. Der Lauch passte nicht mehr mit rein. Aber der nächstgrößere Topf hätte etwa 15 Liter Fassungsvermögen, was dann umgekehrt doch schon wieder etwas zu viel des Guten gewesen wäre. Also so mit 5 Litern Fassungsvermögen sollte man schon rechnen. Denn bis auf den Lauch ist hier keine Zutat dabei, die beim Kochen merklich schrumpfen würde.

    Aber wie gesagt: für meinen ersten Ausflug in die Welt der Rübenrezepte ein wirklich gelungenes Essen. Das beim nächsten Mal noch verfeinert wird. Beispielsweise mit Schwein statt Rind. Und mit einem großen Topf, so dass der Lauch reinpasst. Kann mir vorstellen, dass auch grob gestückelter Paprika gut dazu passen würde. Oder eine wirklich würzige Wurst, so wie Kaminwurzen oder dergleichen.

    Auf jeden Fall bin ich sehr überrascht über den guten Geschmack von Steckrüben. Roh schmecken sie wie ein wirklich milder Kohlrabi und beissen sich auch so. Gekocht - nun ja, wieder in etwa wie ein Kohlrabi, aber mit anderer Bissfestigkeit und einem etwas bittererem Unterton. Passt jedenfalls gut zum Geschmack von Kartoffeln, Speck und Fleisch. Und was mich wirklich erstaunt hat: ich war nach einem einzigen Teller pappsatt! Bei allen bisherigen Eintöpfen hab ich locker die zwei- oder dreifache Portion verdrücken können. Aber dieser mit den Rüben? Machen offenbar satter als Kartoffeln oder sonstwas...

    Alsdenn - ran an die Rübe!!!

    (P.S.: Wer Rezeptideen hat, was man noch so alles aus Rüben machen kann - her damit!)

  • Der nahezu perfekte Kartoffelsalat

    Wow. Was für ein Schmackofatz! Komme gerade von der Bayrischen Stub'n hier ums Eck, weil ich da schon ein paar Wochen nicht mehr war, obwohl ich doch seit meinem ersten Besuch so begeistert davon war, dass ich jeden Tag dort essen könnte.

    Ich hatte ganz banales Schnitzel mit Kartoffelsalat. Für 8,70€. Und wie ich schon mehrmals hier gesagt hatte: die Fähigkeit eines Kochs zeigt sich meiner Meinung nach nicht in irgendwelchen gekünstelten Kreationen, sondern in den einfachen Dingen. Nur wer mit Leidenschaft dabei ist, legt sich für sowas "langweiliges" wie Schnitzel mit Kartoffelsalat genauso ins Zeug wie für "Filets vom Rothirsch und Strauß mit Champignons überbacken, Wachholderrahmsauce, Rosenkohlröschen,
    Mandelbrokkoli, Berner Röstinchen und Pfirsich mit Kronsbeeren gefüllt".

    Und das ist Bernd Weinhart definitiv, wie er mir heute wieder mal bewies.

    Das Schnitzel war groß (eigentlich waren es sogar zwei), hauchdünn und zerging auf der Zunge. Die Panade war genau richtig kross und ihre Bräunung perfekt.

    Am allermeisten hat mich aber der selbstgemachte Kartoffelsalat beeindruckt. Als Halb-Schwabe bin ich ja Fan der Essig-Öl-Variante. Nicht, dass er mir mit Mayonnaise nicht auch schmecken würde, aber ich bin nun mal damit aufgewachsen und deswegen ist das für mich immer die bevorzugte Art und Weise, wie ein Kartoffelsalat zu schmecken hat. Und dieser war - verdammt nah am PERFEKTEN Kartoffelsalat. Sowohl geschmacklich als auch von der Konsistenz her. Wow. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in einem Restaurant einen derart guten bekommen zu haben.

    Das einzige, was mir zum wirklich perfekten Kartoffelsalat noch fehlte waren kleine Speck-Stückchen, die man zusammen mit etwas Knoblauch auslässt und dann untermischt. Aber in einem Restaurant verstehe ich, wenn man ihn lieber generell fleischfrei hält, um ihn auch als Beilage zu vegetarischen Gerichten oder den Salat-Tellern reichen zu können.

    Ich kann mich also nur wiederholen: wer jemals auf der A9 unterwegs ist und zwischen München und Ingolstadt zwischen 11 und 22 Uhr vom Hunger übermannt wird - fahrt die Ausfahrt 66 (Pfaffenhofen / Schweitenkirchen) raus und kehrt direkt neben der eigentlich weithin sichtbaren Total-Tankstelle in der Bayrischen Stub'n ein.

    Ihr werdet es nicht bereuen!

  • Lukuhlus, das Konsum-Schwein...

    Oft habe ich schon über sie gelästert und sie beschimpft. Diese Besitzer riesengroßer Flachbildschirme. Die "Flachomaten". Und wie sie permanent zu den eingängigen Discountern laufen und immer das billigste vom billigen Essen kaufen, um sich diese Fernseher, das Premiere-Abo, den Neuwagen vor der Tür sowie die zwei- oder dreimal Urlaub im Jahr auch überhaupt leisten zu können.

    Aber oh graus: jetzt hab ich selber einen... 88|

    Seit Samstag bin ich verdammt stolzer Besitzer eines LG 47LG5000 - ein 47-Zoll-LCD (119cm Diagonale) mit Full HD und DVB-T-Receiver. Es war ein Vorführgerät von unsrem hiesigen Saturn für 999€, womit er zwar schon etwas teurer war als die günstigste Quelle im Internet, aber bei derart großen Geräten hab ich einfach nicht wirklich Vertrauen in den Versand. Außerdem will ich gerade bei einem Fernseher erst einen eigenen Eindruck vom Bild haben und mich nicht auf Beschreibungen anderer verlassen. Das ist ja mit HiFi-Komponenten genauso, wo ich nur meinen eigenen Ohren traue.

    Nötig war diese Anschaffung zwar im Prinzip genauso wie ein zweiter Bauchnabel, also gar nicht, weil mein alter 85cm-Röhrenfernseher im 4:3-Format noch wunderbare Dienste tut. Aber hier bin ich zugegeben echt auch etwas meiner Konsumgier und dem "aber ich will!" erlegen. Die Balken bei den ganzen Sendern, die jetzt standardmässig in 16:9 senden, stören nämlich mit der Zeit schon ganz schön, weil das Restbild dadurch schon deutlich kleiner wurde. Und besonders stark wurde der Wunsch, seit wir die PS3 haben und feststellten, dass die Spiele-Entwickler ja offenbar wirklich HD-Schirme und 16:9 voraussetzen. Es nervt nämlich unendlich, wenn man einfach nicht mehr die Schrift auf dem Bildschirm lesen kann. Und wenn man erst aufstehen und hingehen muss, nur um dann festzustellen, dass die Schrift selbst aus dieser Nähe viel zu pixelig ist, um sie fließend und ohne ziemliche Konzentration lesen zu können. Also stand sowieso fest: irgendwann...

    Dazu kam die Erkenntnis, dass wir beide einfach bekennende Couchkartoffeln sind. Also jetzt wenn das Wetter wieder besser wird, nicht mehr so, aber den Winter über verbringen wir den überwiegenden Teil unserer Freizeit auf der Couch. Und damit vor der Glotze. Winterschlaf quasi. Also wäre es ja nur sinnvoll, wenn wir diesen großen Teil unseres Lebens so angenehm wie möglich gestalten. Wozu eben auch ein moderner, dem heutigen Stand der Technik entsprechender Fernseher gehört.

    Dass dieses "irgendwann" nun aber doch so plötzlich kam, ist ein paar glücklichen finanziellen Umständen zu danken. Unter anderem dem "Fund" von unerwartet viel Geld auf meinem lange nicht mehr beachteten und für so Notfälle wie Autoreparatur angelegten Sparbuch. Also habe ich mich in den letzten Tagen recht viel schlau gemacht, was Fachbegriffe angeht, welche Stärken und Schwächen LCDs und Plasmas haben, worauf man beim Kauf achten sollte (z.B. den üblichen Trick, dass da oft ein Vorführvideo läuft, das speziell für LCDs oder Plasmas zugeschnitten ist und daher Null über die normale "Leistung" mit Fernsehbildern, DVDs oder Spielkonsolen aussagt) und wie viel Budget im Raum steht.

    Eigentlich hatte ich mich ja auf 42 Zoll eingeschossen. Notfalls hätte ich auch einen mit 40 Zoll genommen. Aber dann stolperten wir am Samstag beim "Bummeln" eben über diesen 47-Zöller, der für diese Preisklasse unseres Empfindens nach das beste, weil nicht zu aufdringliche Bild zeigte (da lief nämlich ausnahmsweise wirklich normales Fernsehen, kein Spezialvideo) und außerdem vom äußeren Design her einfach am edelsten rüberkam. Ich will keine hochdesignten Ränder um den Schirm oder sonstige Applikationen und optische Spielereien - ich will einen nicht zu breiten, dezent-schwarzen Rand, der mich nicht vom Fernseher ablenkt. Und so was wie Ambilight gefällt mir auch überhaupt nicht. Hab schon mal was mit Ambilight angesehen, was ganz nett war, aber soooo überragend wie die Werbung immer tut, finde ich das nicht. Lieber klatsch ich mir höchstens noch eine dezente, regelbare Hintergrundbeleuchtung an die Wand, aber ich geb keine zig Euro extra für Ambilight aus.

    Wie dem auch sei: wir sahen am Samstag das Ding da hängen, sahen uns mit großen Augen an - und schlugen sofort zu, bevor das ein anderer tun konnte.

    Während wir an der Warenausgabe warteten, dann aber die langsame Erkenntnis: also auf unser Uralt-Fernsehschränkchen (Original 50er Jahre von meinen Eltern) passt dieses Monster ja gar nicht drauf? Wir hatten extra die Aussparung unseres Wandregals gemessen und ein 42-Zöller wäre gerade noch so gegangen. Also weniger wegen des Schränkchens, aber wegen des recht hohen Hifi-Racks nebendran, das jetzt natürlich weg musste, damit der LG da von der Breite her reinpasst. Oh Schreck - da müssen wir wohl auch noch Möbel kaufen fahren...

    Also Fernseher heimgebracht, die Treppe hochgewuchtet (begleitet von irrem Kichern, weil es einfach so ein riesenmonstergroßer Karton ist, in dem sich sogar meine kleine Göttin bequem zum schlafen reinlegen könnte - fragt also nicht, wie grotesk das aussah, als sie an einem Ende dranhing...), zurück ins Auto und ab zu - ja, wohin eigentlich?

    Vier Möbeldiscounter und gefühlte 2.000 Ekelbatzen an Design-Verirrungen später landeten wir dann ziemlich erschöpft doch bei IKEA. Und trafen auf die Markör TV-Bank. Perfekt. Also eingepackt und heimgefahren. Mit der Vorahnung, dass das eine lange Nacht werden würde - es war da nämlich schon 19 Uhr...

    Dazu muss ich kurz einwerfen, dass ich eigentlich sowieso schon total hinüber war, da wir am Freitag Konzert in Ulm hatten, bei dem ich Fahrer war und erst um halbsechs Uhr morgens nach Hause kam, also wenig Schlaf in dieser Nacht hatte. Noch dazu durfte ich diesmal irgendwie mein ganzes Equipment und besonders meinen inklusive Case etwa 40kg schweren Amp komplett alleine etwa 200m vom Parkplatz zu dem Schuppen und wieder zurück tragen. Ich hatte also am Samstag schon entsprechend Muskelkater und beschloss daher schon vorher, das Ganze entsprechend ruhig anzugehen...

    Doch gesagt, getan: zu Hause erst mal einen starken Kaffee gebrüht und los gings. Wobei der erste Schritt darin bestand, erst mal mein über 10 Jahre gewachsenes und teilweise erschreckend eingestaubtes Kabelchaos hinter der Stereoanlage und dem Fernseher zu entwirren. Dann noch gemütlich mit zwischendrin immer wieder einer zweisamen Zigarettenpause und Bierchen das alte Schränkchen ausräumen (wo ungefähr 50 Videokassetten drin waren, die ich jetzt wohl einfach wegwerfe), alles entstauben und die nicht mehr benötigten Teile (AIWA-Kassettendeck, alter Sony CD-Player, alter Pioneer DVD-Player, JVC Videorecorder - wer haben will, Bescheid geben!) vorübergehend im Nebenzimmer "parken", den Boden und die Wand dahinter schön saubermachen - und schon waren zwei Stunden vorüber.

    Also ab ans aufbauen: Markör-Verpackung aufgerissen - und erst mal ewig nach der Zusammenbau-Anleitung gesucht. Dann die erste Murphy-Erkenntnis des Abends: ich brauche nie einen Akkuschrauber, aber wenn doch, dann ist natürlich kein einziges freies Elektron mehr im Akku. Also durfte ich alles von Hand schrauben. Ganz schön schweißtreibend. Aber für Gitarristen immer ein gutes Training. Beim Montieren der Rückwand dann die zweite Murphy-Erkenntnis: ich brauch nie einen Hammer - aber für IKEA-Möbel braucht man ihn. Samstag abends um 23 Uhr. Super. Warum diese Wand nicht auch einfach mit Schrauben montiert wird, ist mir ein Rätsel, aber auf jeden Fall haben wir prophylaktisch eine Flasche Prosecco gepackt, einen kleinen Entschuldigungszettel für den späten Lärm drangehängt und den Nachbarn unter uns vor die Tür gestellt. Ca. 50 Hammerschläge später war dann aber auch diese Wand dran und kurz drauf das Schränkchen komplett fertig. Und es sieht echt toll aus!

    Dann aber der zweitgrößte Moment von allen: den Fernseher aus dem Karton holen, Standfuß draufschrauben, auf die TV-Bank stellen - und erst mal mit offenem Mund dastehen, weil das Ding so dermassen riesig ist, dass er fast den gesamten Platz einnimmt, den wir dort an der Regal-Aussparung haben. Krass, ist das groß...

    Mit entsprechender Vorfreude habe ich dann noch alles verkabelt - und dann kam der Moment des ersten Einschaltens.

    Kennt ihr Matrix? Die Szene, wo er zum ersten mal "erwacht" und die wirkliche Welt auf ihn einwirkt?

    So in etwa kamen wir uns in diesem Moment vor.

    Fernsehen war gestern - DAS ist Unterhaltungselektronik auf dem aktuellsten Stand.

    Seit diesem Moment hingen wir für den Rest des Wochenendes durchgehend nur vor der Glotze, schauten DVDs, Fernsehen und zockten - einfach weil es sooooo überwältigend ist. Da bekommt der Ausdruck "ein bildgewaltiger Film" eine gänzlich neue Bedeutung. Wenn man sich dabei ertappt, dass man wirklich die Augen bewegen muss, um eine Szene in ihrer ganzen Größe zu erfassen, also auch das, was an den Rändern passiert. Oder wenn auf einmal überdeutlich wird, was die Regisseure eigentlich für ein Bild im Kopf hatten, wenn die Kamera mit der Schärfentiefe spielt. Oder dass die Gesichter mancher Schauspieler eben doch nicht völlig frei von kleinen Hautunreinheiten sind. Und und und...

    Wir sind schwerst beeindruckt. Vor allem das Zocken macht jetzt so unendlich viel mehr Spaß, dass es schwer beschreibbar ist. GTA IV ist eine Augenweide - aber mit der neuen Optik muss ich komplett neu lernen, die Autos zu fahren, weil ich die Entfernungen und Kurvenradien noch falsch einschätze. Fallout 3 wollten wir zwar auch kurz anzocken, aber meine kleine Göttin hat sich am Samstag gleich das nagelneue Silent Hill Homecoming geleistet, sowie eine Platinum-Version von Oblivion IV, weshalb wir umso neugieriger auf diese Spiele waren.

    Ich hab deswegen gestern erst mal den halben Tag Oblivion gezockt und bin auch von dem Spiel sehr beeindruckt. Vor allem ist die Landschaft wirklich genial schön gemacht und auf diesem Schirm ist man echt "mittendrin statt nur dabei". Aber auch das Gameplay macht ziemlich Spaß. Es ist nur im Moment noch viel zu viel Information, die mich überflutet. Also eine ganz neue Welt mit ganz neuer Geschichte, Kultur und dergleichen. Da reinzukommen wird noch etwas dauern.

    Als es dunkel wurde, hab ich den Controller aber an meine kleine Göttin abgegeben, die schon sehnsüchtigst auf den Sonnenuntergang wartete, um dann endlich Silent Hill anzugehen. Denn wir glauben, die aktuellen, nicht so überragenden Kritiken dieses neuen Teils liegen nur daran, dass die Tester einfach keine großen Bildschirme haben. Und eine dicke Surround-Anlage haben sie garantiert auch nicht. Geschweige denn, dass sie das in einem abgedunkelten Zimmer spielen. Weil dann ist mir schon klar, dass es "just another Silent Hill" ist. Denn selbst die genialsten Schocker wie The Hills Have Eyes oder The Grudge oder alle anderen wirken ja auch nicht, wenn man sie auf einem kleinen Fernseher mit bordeigenen Stereo-Lautsprecherchen an einem strahlend-sonnigen Nachmittag ansieht.

    Und wie erwartet: es ist der Hammer! Allein schon das Intro, wo man auf eine Bahre geschnallt von einem "Metzger" durch düstere Gänge eines Krankenhauses geschoben und in einem blutverschmierten Raum abgestellt wird... Wie man dann durch die trübe Glastür im Hintergrund sieht, wie jemand aufgespießt und in der Mitte zerteilt wird, während man versucht, sich von seinen Fesseln zu befreien... Wie das eigene Herz immer schneller schlägt, wenn man sich Raum für Raum durch dieses Horror-Szenario tastet und eigentlich noch überhaupt keine Ahnung hat, wo man ist, warum man da ist, wer diese Kreaturen sind und überhaupt... Es dauerte dementsprechend auch keine 5 Minuten, bis ich bereits den ersten Mega-Schreck neben mir mitbekam (ich kümmerte mich währenddessen grad mit dem Laptop um Mails). Also so richtig mit spitzem Schrei und ca 5cm von der Couch hochspringen. Und das war auch nicht das letzte Mal an diesem Abend. So gesehen: vergesst die Kritiken. Schafft das richtige Ambiente aussenrum, dann wird Homecoming genauso spannend und schockierend wie die vorherigen Teile.

    Bevor ich nun aber zu sehr in Spielebesprechungen abschweife: ja, verdammt. Ich bin ein Konsum-Schwein. Ich habe in den letzten zwei Monaten mehr in PS3, neuen Laptop und jetzt eben den Fernseher investiert, wie manch andere im Monat überhaupt brutto verdienen. Bin ich also nicht auch genauso ein "Flachomat" wie die, die ich immer so angeprangert habe?

    Nun ja. Meine Antwort und damit der zentrale Satz, warum ich diesen Eintrag überhaupt schreibe, ist: ich habe mir das eben nicht sprichwörtlich "vom Mund abgespart"!

    Ich bin nicht zu Discountern gelaufen, um 30-50 Euro im Monat zur Seite zu legen. Ich habe bewusst unsere regionale Landwirtschaft gestärkt und das wichtige, uralte Kulturgut des Kochens bewahrt anstatt anonyme Ware in einem anonymisierten System zu kaufen, das nur die rationellsten Betriebe belohnt, den ehrlichen, kleinen Bauern aber eher bestraft als ihn fördert. Und ich habe mein Wohl nicht blind irgendwelchen Chemikern in die Hände gegeben, sondern "richtiges" Essen genossen. Und dennoch ist mir genug übrig geblieben, um jetzt eben diese Anschaffungen zu machen. Was aber auch nicht unbedingt daran liegt, dass ich jetzt so einen übermässig hohen Verdienst hätte. Aber wie ich auch schon so oft gepredigt habe: bewusste Ernährung mit Produkten der Saison ist selbst mit echter Bio-Ware (also nicht der Pseudo-Öko-Ware aus dem Supermarkt) gar nicht so erschreckend viel teurer als die blinde, triebgesteuerte Ernährung aus dem Supermarktregal.

    Und deswegen kann ich auch jetzt noch mit ruhigem Gewissen über Euch faule Konsum-Junkies lästern. Ich hab mir das jetzt alles geleistet, ohne dafür meine Ernährung qualitativ zu verschlechtern. Also finde ich auch, ich habe mir das jetzt wirklich verdient, abends die Beine hochzulegen, die Glotze einzuschalten - und einfach in eine andere Welt einzutauchen...

  • FastFood - wie die Lemminge...

    Im Moment scheint ja die große Zeit der Klassenfahrten zu sein. Zumindest sehe ich eigentlich jeden Tag zumindest um die Mittagszeit einen oder mehrere Reisebusse auf dem großen Autohof vor unserer Haustüre anhalten. Und aus denen ergießt sich immer ein dicker Strom an Jugendlichen - die daraufhin allesamt wie die Lemminge zum nahe gelegenen McDonalds strömen.

    Ich würde ja nichts sagen, wenn es nichts anderes gäbe. Aber in der Tankstelle, bei der die meisten Busse halten, gibt es den Rasthof. Mit wirklich gutem, frisch zubereitetem, richtigen Essen. Für echt nicht viel Geld. Also zumindest auch nicht deutlich mehr als diese Kids bei McDonalds für eine Mahlzeit dieses Fertigmampfs ausgeben. Wovon sie dann aber garantiert nicht so langanhaltend satt sind wie von einem richtigen Essen im Rasthof.

    Aber nein. Man rennt blind an diesem Angebot vorbei und strömt lieber zu den beiden großen Bögen. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Und umgekehrt. Und leider muss man das aber McDonalds und Konsorten wirklich zugestehen: es schmeckt halt wirklich überall gleich, d.h. man weiß hier in Pfaffenhofen genauso gut was man bekommt, wie man das in Hamburg, Paris, New York oder Linkzarhausen weiß.

    Ich finde diese Entwicklung echt traurig. Wenn ich mal zurückdenke, als ich noch zur Schule ging und wir Klassenfahrten machten - da war selbstverständlich, dass jeder sein Pausenbrot und was zu trinken dabei hatte. Natürlich wurde dort auch zum Essen angehalten, aber eben an richtigen Rasthäusern und nicht bei FastFood-Tempeln. Wobei sich das dann zwar nur wenige leisten konnten, aber schlecht ging es uns deswegen doch auch nicht. Wohl eher im Gegenteil.

    Doch ich verstehe. Der Gruppenzwang. Mackie-Essen ist doch cool und in. Wer heute bei einer solchen Gelegenheit sein selbstbelegtes Brot auspackt, wird doch nur ausgelacht. Ja bäh. Ein langweiliges Brot mit was drauf. Sieh mal, was wir dafür haben - warmes Futter! In welcher Zeit und in welchen Verhältnissen lebst Du eigentlich, dass Du Dir das nicht leisten kannst und auf ödes Brot zurückgreifen musst?

    Arme Kinder. Diese vermeintliche Coolness wird sich später in Eurem Leben mit ziemlicher Sicherheit noch rächen. Sprechen wir in 30-40 Jahren nochmal miteinander, wenn Ihr Eure Langzeitfolgen falscher Ernährung wie Herz-/Kreislaufprobleme und Übergewicht, Gicht und sonstiges habt - und ich als dann fast 70- bis fast 80-jähriger wohl noch fidel umherspringe und Euch auslache...

    Und irgendwie freue ich mich ja schon drauf, mal selber Kinder zu haben und sie zu ANDEREN Menschen zu machen. Bewussteren Menschen. Zu vernünftigen, mündigen Genießern eben. Und nicht zu blind jedem hinterherlaufenden Konsumjunkies.

    Mahlzeit Ihr Lemminge!

  • Abnehmen beginnt im Kopf!

    Und meiner hat wieder mal die Nase voll.

    Die letzten Wochen ging es mir nicht gut. Ich war tief und lange in einer depressiven Phase meiner Zyklothymie. Weswegen mir auch meine Ernährung recht unwichtig wurde, der Bierbauch entsprechend anwuchs und ich einfach nur die Ankunft des Frühlings herbeisehnte, um wieder mehr Kraft zu bekommen und in eine aktive Hoch-Phase zu rutschen. Denn mein Körper braucht Serotonin. Und deswegen Sonnenlicht. Freundliches, direktes Sonnenlicht - nicht so milchig-trübes Gedöns wie wir es die meiste Zeit über diesen Winter hatten. Meine Akkus sind daher einfach leer. Ausgebrannt. Energiesparmodus...

    Nun ja, der Frühling ist zwar noch nicht da, aber die Fastenzeit hat heute begonnen. Für mich als nicht religiösen Menschen zwar eigentlich kein Grund, mich auf Geheiß der katholischen Kirche an irgendwelche Diätpläne zu halten, aber da es in unserer Kultur nun mal so schön verwurzelt ist und ich es wirklich nötig habe, ein paar Kilos wegzubringen...?

    Deswegen erst mal für's Protokoll: Gewicht heute morgen - 89,5kg. Ja, ich weiß: für 1,86m Größe ist das eigentlich noch absolut im Rahmen, aber ich find mich einfach pummelig und es sitzt alles an den falschen Stellen. Deswegen ist mein Ziel: 85kg am Ostersonntag, also in 7 Wochen. Sollte doch eigentlich machbar sein, oder?

    Tja, das wäre es rein physiologisch ohne Probleme. Wenn da nicht der böse Mann im Kopf wäre, der noch aus der Steinzeit stammt und unser aller Leben und Handeln noch weit mehr beeinflusst als wir alle glauben...

    Warum habe ich eigentlich in den letzten drei, vier Monaten wieder 5kg zugelegt? Sicher nicht, weil ich es erstrebenswert finde. Im Gegenteil. Also Gegenfrage: warum habe es zugelassen, wenn es mir doch eigentlich so widerstrebt und ich mich vor meinen Röllchen am Bauch richtiggehend ekle?

    Ich denke, die Antwort steht schon indirekt im Titel: weil mein Kopf es erfolgreich verhinderte!

    Gerade wer mit leichten oder schwereren Depressionen zu kämpfen hat, wird ja bestätigen können, dass Essen ein toller "Ausweg" ist. Also nicht das zubereiten, das ist eher Stress, den man vermeidet, wenn man wegen der Depression seinen Hintern sowieso grad generell nicht hochbekommt. Aber das Kauen vermittelt Zufriedenheit. Und das Gefühl, so richtig satt zu sein, erst recht. Weil schließlich hat man in einer Depression ja auch nichts oder nicht viel anderes, woraus man Glücksgefühle ziehen könnte. Wenn das dann aber nicht nur ein paar mal vorkommt, sondern sich über eine längere Phase zieht, wird man sehr schnell zum Gewohnheits-Vielfraß - und legt entsprechend Gewicht zu. Oder relativieren wir es mal: man isst gerne öfter mal deutlich mehr als man eigentlich rein kalorientechnisch benötigen würde. Einfach um dieses Sättigungsgefühl zu bekommen und zu genießen. Und genau das lief bei mir nun mal in den letzten Monaten ab. Weshalb ich nun eben auch rund 5kg mehr habe als noch im Oktober. Aber das schlimmste ist: selbst wenn man das dann wieder "unter Kontrolle" hat und ganz normal ist, nimmt man deswegen ja nicht gleich ab, sondern hält einfach nur sein Gewicht. Bis dann die nächste Phase kommt, in der man wieder... Und bis man sich versieht, hat man den stetigen Weg nach oben auf der Kilo-Skala angetreten, obwohl man doch eigentlich gar nicht so übertrieben viel isst. Zumindest redet man sich das ein, weil man sich eher an die normalen Phasen als an diese "Stopf-Phasen" erinnert.

    Doch man muss ja noch nicht mal so ein diagnostizierter Depri sein wie ich das bin. Jeder Mensch funktioniert diesbezüglich recht ähnlich. Essen ist einfach toll. Und auch wenn dieses Kompensations-Verlangen bei jemandem nicht pathologisch ausgeprägt ist - jeder Mensch isst doch gerne etwas leckeres, wenn es ihm grad nicht so gut geht. Sei es wegen Stress in der Arbeit, Stress in der Beziehung oder Freundeskreis, Stress wegen unbezahlter Rechnungen oder was auch immer. Weswegen man ja auch vom "Frust-Essen" spricht. Wirklich jeder von uns ist dafür anfällig. Auch Du!

    Man muss sich dessen nur mal bewusst werden. Weswegen für mich das Abnehmen eben eindeutig im Kopf anfängt. Erst wenn es mir da wieder so richtig gut geht und ich geistige/seelische Kraft habe, kann ich auch meinen an Mengen gewohnten Magen wieder so weit unter Kontrolle zwingen, dass ich zum satt werden nicht mehr überdurchschnittliche Portionen "brauche" oder dreimal am Tag richtiges, fieses Magenknurren verspüre. Denn die grundlegende Regel jeglichen Abnehmens ist nun mal immer noch: Input minus Verbrauch ist gleich zu- oder abnehmen. Und auch wenn viele etwas anderes von sich selbst behauptenn: Schritt 1 ist für fast alle, die nicht nur ein paar lächerliche Gramm von ihren Traum-Maßen entfernt sind, nun mal in der Tat eine Reduzierung des Input. Und ob das nun mit einer Umstellung der verzehrten Lebensmittel zusammenhängt (das berühmte "mehr Vollkorn statt Pommes") oder tatsächlich auf kleinere Portionen hinausläuft: es kostet Überwindung! Der bewusste Geist muss über das träge, faule Unterbewusste siegen und alte Gewohnheiten über Bord werfen.

    In meinem Fall heißt das im Moment primär: weniger essen. Denn besonders ungesund ernähre ich mich ja nicht. Im Gegenteil. Allein schon der Verzicht auf Fertiggerichte, Fast Food und dergleichen Wohlstands-Blödsinn sowie das bewusste Essen von viel Vollkorn-Produkten, Gemüse, das konsequente Verwenden von Bio-Ware ohne jegliche chemische Zusätze und dergleichen - das ist doch eigentlich genau das, was uns Ernährungsexperten immer raten. Also liegt es bei mir an der Menge, nicht an der Art des Essens. Weswegen ich also kaum umhin komme, meine Diät mit Magenknurren zu beginnen. Doch eigentlich ist Magenknurren ja auch nichts, was man nicht aushalten könnte. Es ist nichts, woran man so schnell sterben würde. Dafür hat uns die Evolution seit Jahrtausenden vorbereitet. Unser Körper verträgt es sehr gut, wenn wir ihm nicht gleich beim kleinsten Appetitgefühl nachgeben. Man kann sogar locker mal ein, zwei Tage komplett ohne feste Nahrung auskommen. Außer eben wenn es in der Seele regnet und man generell nicht viel Freude am und im Leben empfindet. Dann sind Hungergefühle tatsächlich nahezu sofort tödlich - für die Seele. Und daher muss bei mir erst die Seele wieder schnupfenfrei werden, bevor ich das mit Erfolg durchziehen kann.

    Deswegen auch einfach mal der Denkanstoß in die Runde: wer von Euch fühlt sich noch zu dick? Also ganz ehrlich, nicht nur so "och, ein oder zwei Kilo, dann hätte ich meine Traumfigur". Ich spreche von "ich mag mich echt nicht allzu gern im Spiegel ansehen" und "nö, also im Bikini / mit freiem Oberkörper schäme ich mich im Moment wirklich".

    Wer das mit einem "Hier!" beantwortet hat - was hat Euch denn in diese Lage gebracht? Welche Bremse habt Ihr im Kopf, um dagegen anzugehen und wirklich mal eine Diät konsequent durchzuziehen bzw. konsequent die Ernährung umzustellen? Kompensiert Ihr was durchs Essen oder naschen? Wenn ja: was ist das, was Ihr kompensiert? Könntet Ihr das auch mit anderen Mitteln kompensieren, beispielsweise mit einem tollen Hobby, durch Kreativität oder sogar sowas übles wie Sport? Oder noch viel besser: könnt Ihr nicht sogar einfach die Ursache der trüben Gedanken beseitigen oder eine solche Lösung zumindest auf den Weg bringen, falls es etwas ist, das Ihr nicht allein lösen könnt?

    Nur in einem gesunden Körper kann ein gesunder Geist wohnen, heißt es ja immer. Ich dagegen behaupte: nur wer einen gesunden Geist hat, kann überhaupt auch dauerhaft einen gesunden Körper haben...

    Denkt mal drüber nach!

  • South Park: Canada on strike!

    Das war gestern auf Comedy Central ja eine der geilsten (neuen) South Park Folgen seit langem. Und seitdem hab ich DAS als Ohrwurm:

    Was tu ich jetzt dagegen??? U-(

  • Wie gut bist Du auf einen Unfall vorbereitet?

    Heute aus aktuellem Anlass mal ein Thema, das komplett Off-Topic ist: jeder von uns, der am Straßenverkehr teilnimmt, kann jederzeit in einen Unfall verwickelt werden. Das meine ich jetzt allerdings weniger als Beteiligter, sondern als Zeuge. Die Frage, die sich in diesem Fall aber stellt, ist genau die: was wirst Du tun?

    Gestern Abend, etwa 19:30 Uhr. Es ist stockdunkle Nacht und recht neblig. Wir waren noch schnell einkaufen und freuten uns auf die Couch und ein Feierabend-Bierchen mit Glotze. In unserem Nachbardorf war vergleichsweise viel Verkehr. Und vor uns ein kleiner, schwarzer Opel Corsa, der auffällig langsam fuhr. Als es dann zur Ortschaft hinausging, blieb der Corsa bei seinen gerade mal gut 40 km/h. Erlaubt wären an dieser Stelle 60 und der Nebel war zwar recht dicht, aber nicht so dicht, dass man mit 60 halsbrecherisch schnell gefahren wäre. Also meinte ich schon zu meiner kleinen Göttin, dass der/die da vorne es ja schon etwas übertreibt mit der Vorsicht. Auf einmal bemerke ich, wie dieses Auto in einer ganz leichten Rechtskurve anfängt, auf die linke Spur zu gelangen. Ich sehe, dass ein Auto entgegenkommt, denke mir noch "oh, das könnte jetzt aber knapp werden", sage genau das noch zu meiner kleinen Göttin - und im selben Moment prallen die beiden schon voll ineinander.

    Das Geräusch ist trotz nicht gerade leiser Musik sehr laut in unserem Auto. Der schwarze Opel vor uns macht eine 90°-Drehung nach links und bleibt stehen. Der entgegengekommene Wagen - futsch. Wie ich dann recht schnell erkenne, hatte er fast eine 180°-Drehung gemacht und war rückwärts in den an der Stelle etwa 2m tiefen Straßengraben gerutscht. Die beiden Autos waren mit ihren linken Schnauzen zusammengeprallt und die Vorwärtsbewegung hatte sich dabei natürlich in eine Drehbewegung verwandelt. Wenn ich jetzt sage, dass das wunderbare Veranschaulichung von Physik und besonders des Impulserhaltungssatzes war, ist das pervers, aber ich gestehe, dass mir sowas in dem Moment echt kurz durch den Kopf schoß.

    Offenbar hatte ich sofort gebremst und angehalten, denn nach der ersten Schrecksekunde standen wir etwa 15 Meter von dem Corsa entfernt und meine kleine Göttin meinte geistesgegenwärtig "Warnblinker". Ich schaltete ihn ein, machte den Motor und die Zündung aus und meinte "Gehst Du zum Corsa, dann schau ich in den Graben". Nachdem ich gesehen hatte, dass bereits weitere Fahrzeuge angehalten hatten und also erst mal keine Gefahr auf der Straße war, bin ich in den Graben gesprungen und machte die Beifahrertür auf. Ätzend riechender Qualm stieg mir entgegen und ein Airbag hing schlaff da. Auf mein wiederholtes "Hallo, sind Sie wach? Können Sie sprechen? Sind sie ok?" erst mal gefühlte 5 Minuten keine Antwort. Bis sich meine Augen dann aber an die Dunkelheit in dem Wagen gewöhnt hatten, antwortete die Frau "ja, ich glaub, ich bin ok - was ist da jetzt grade eigentlich passiert?". Also ansprechbar und keine sichtbaren Verletzungen. Ich sprach noch ein wenig mit der Frau, ob sie Schmerzen habe oder irgendwas nicht bewegen könne - aber alles so weit in Ordnung. Bis auf Nackenschmerzen, eine leichte Platzwunde am Hinterkopf und natürlich die Druckstellen vom Gurt. Also Polizei und Rettungskräfte verständigen.

    Erste Lektion: die 19222, die man uns immer so schön eintrichtert - vergesst sie! Die einzige Rettungsnummer, die immer und von jedem Handy aus funktioniert ist die 112. Das sogar ohne SIM-Karte und auch in anderen Ländern. 112 ist immer der direkte Draht zu einer Rettungsstelle. Keine andere Nummer.

    Nachdem die Polizei verständigt war, half ich der Frau über den Beifahrersitz aus dem Auto und den Straßengraben hoch, sprach ständig mit ihr und fragte alles Mögliche, um sie zu beschäftigen und den Schock nicht zu sehr wirken zu lassen, übergab sie dann meiner inzwischen zurückgekehrten kleinen Göttin (die Fahrerin aus dem Wagen vor uns war auch ok und es kümmerten sich schnell einige Leute um sie) und machte mir dann Gedanken um die Absicherung der Unfallstelle. Gut, inzwischen waren da ungefähr 20 hell beleuchtete Autos, also nicht zu übersehen, aber trotzdem. Deswegen rief ich in die Runde, ob schon jemand Warndreiecke aufgestellt hatte, bekam das für eine Seite bejaht und machte mich daher auf den Weg zum anderen Ende. Dort fand ich dann ein Warndreieck, allerdings recht nah an der Unfallstelle. Dazu muss man wissen, dass man diese Stelle über einen kleinen Seitenweg umfahren kann, der ungefähr 100m vorher rechts abbiegt. Um also ein Stau-Chaos zu vermeiden, schnappte ich mir das Warndreieck und winkte erst mal alle daherkommenden Autos in diesen Seitenweg.

    Sehr schnell (3-5 Minuten?) war dann aber die Feuerwehr da und übernahm alles.

    Danach brauchte ich erst mal eine Zigarette und bis dahin waren auch schon zwei Rettungswagen sowie die Polizei da. Ich fuhr noch schnell mein Auto von der Straße, damit die Feuerwehr Platz hatte, dann gaben wir unsere Personalien bei einem der Polizeibeamten ab, schilderten schon mal kurz den Unfallhergang (wir waren wirklich die einzigen Zeugen - böse betrachtet: welche Macht oblag uns da eigentlich???) - und wurden entlassen. Also ab nach Hause und erst mal in aller Ruhe ein Bierchen...

    Leider weiß ich noch nicht, was aus der Frau geworden ist, der ich aus dem Auto half. Sie scheint aber mit leichten Verletzungen davongekommen zu sein. Und was die Unfallverursacherin angeht - es war eine schon recht alte, weißhaarige, elegant gekleidete Frau, mit der ich mich noch kurz unterhielt, bevor ich zum Regeln des Verkehrs ging. Sie hatte ebenfalls keine sichtbaren Verletzungen, stand recht sicher auf der Straße und konnte sich an überhaupt nichts erinnern. Sie fragte mich zweimal, wie das passiert ist und woher dieses Auto auf einmal vor ihr auftauchte und als ich sagte, ich wäre genau hinter ihr gewesen und sie sei einfach plötzlich nach links auf die Gegenfahrbahn gefahren, erwiderte sie nur ein sehr kraftloses "oh - achso... Ich war das...?". Schock eben...

    Alles in allem also glimpflich abgelaufen, da die Geschwindigkeiten der beteiligten Fahrzeuge recht niedrig waren. Das vor uns gerade mal 40 oder höchstens 50 und das entgegenkommende vielleicht 60 oder höchstens 70. Wenn beide 100 oder wie auf Landstraßen üblich sogar noch schneller gefahren wären - ich will gar nicht dran denken...

    Die Moral von der Geschichte und damit zurück zur Eingangsfrage: so schnell kann es also passieren, dass man aus heiterem Himmel unverhofft in einen Unfall verwickelt wird.

    Aber wie würdest Du reagieren? Nachdem außer mir keiner der vielen Umstehenden mit in den Graben gesprungen war, um dort nach dem Rechten zu sehen und ggf. zu helfen...? Worin zwei der etwa 15 rumstehenden Personen schnell waren, das war der Notruf. Auch ok und besser als nichts. Aber wirklich mit an die Unfallautos gehen und zupacken? Nö...

    Einzige Ausnahme: die Frau in dem Wagen vor uns brachte die Fahrertür nicht auf bzw. war auch meine kleine Göttin zu schwach dafür. Ohne darum bitten zu müssen, kam ihr aber sofort der Fahrer des von uns aus gesehen ersten Autos hinter dem Unfall zu Hilfe und kümmerte sich dann auch vorbildlich um die Frau. Aber der Rest?

    Nun ja. Wie gesagt war es glücklicherweise recht harmlos. Aber wenn ich jetzt wirklich eine schwer verletzte Person im Graben-Auto vorgefunden hätte...? Irgendwie bin ich mir überhaupt nicht sicher, dass außer mir irgendjemand versucht hätte, ihr zu helfen. Geschweige denn anschließende Erste Hilfe. Von der ich zwar auch nicht mehr viel weiß, aber ich weiß noch so viel, dass es immer noch besser ist, zumindest irgendwas zu tun, gesunden Menschenverstand einzusetzen (also Rautek-Griff, Verletzten hinsetzen oder -legen, Blutungen stoppen, Decke drüber, stabile Seitenlage etc. - eigentlich doch total logisch, oder?) und für den Verletzten da zu sein und ihn vom Schock abzulenken als einfach gar nix zu machen, rumzustehen und zu hoffen, dass irgendwer schon was tun wird.

    Also nochmal die Frage: wie gut bist Du auf einen Unfall vorbereitet? Wirst Du es schaffen, nach einer völlig normalen Schrecksekunde keine Angst vor dem Anblick von Blut oder Schlimmerem zu haben und entschlossen auf das Geschehen zuzugehen, auch wenn Du dabei vielleicht Deine Hände und Klamotten schmutzig machst? Oder würdest Du lieber nur einfach schnell zum Handy greifen, einen Notruf absetzen und Dich dann in die hintere Zuschauerreihe verkrümeln?

    Nachtrag - hier die dazugehörige Nachricht der Moosburger Zeitung: http://www.idowa.de/moosburger-zeitung/container/container/con/541570.html

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